BIOKON – Das Bionik-Kompetenznetz

Nachrichten mit Nachhall

Das Schönste, was wir entdecken können, ist das Geheimnisvolle.
Albert Einstein, Physiker

Bionik ist das anwendungsorientierte Zusammenspiel von Wissenschaft und forschenden Unternehmen. Ihre Ergebnisse zielen auf Innovationen nach dem Vorbild der Natur. Sie sollen immer das Potenzial haben, Ideengeber für ein besseres Morgen zu sein. Solchen erfolgreichen Lösungen schaffen Nachrichten mit Nachhaltigkeit.

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Forschung // 21. Juni 2006

Klettverschluß im Miniformat

Siliziumgras“ hält Mikrobauteile zusammen

Deutsche Forscher haben einen winzigen Klettverschluss für Halbleiterbausteine entwickelt. Dazu rauen sie die Oberfläche des Halbleitermaterials Silizium so lange auf, bis eine rasenartige Struktur aus Siliziumnadeln entsteht. Gegeneinander gedrückt verkeilen sich die Nadeln ineinander und geben den Bauteilen festen Halt. Mit dem Klettverschlussverfahren können Hersteller Bauteile auch exakter als bisher gegeneinander positionieren, berichten Mike Stubenrauch und seine Kollegen von der TU Ilmenau.

Original: http://www.iop.org/EJ/abstract/0960-1317/16/6/S13

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Presse // 14. Juni 2006

Einsatz der Bionik als systematische Lösungssuche

Das Fraunhofer IPA bietet mit einem Kooperationspartner die systematische Suche nach Lösungsprinzipien aus der Natur an. Bei technischen Problemstellungen können sich so völlig neue Lösungswege auftun.
“Oft reichen die herkömmlichen Wege der Produktentstehung nicht mehr aus, um den Bedarf an Innovationen schnell und effektiv zu decken. Hier kann die Natur mit ihrer unermesslichen Vielfalt an Lösungen Vorbild für die Technik sein – und bildet somit die Grundlage für die bionische Produktentwicklung“, bemerkt Knut Drachsler, Projektleiter am Fraunhofer IPA . Wird die Bionik systematisch eingesetzt, kann sie schnell zu geeigneten, patentfähigen Lösungen führen. Solche Ansätze bieten hohe Erfolgsaussichten, weil sich die Wirkprinzipien aus der Natur innerhalb evolutionärer Prozesse bewährt haben.

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Forschung // 6. Juni 2006

Wet but not slippery: boundary friction in tree frog adh. pads

W. Federle A1 A2, W.J.P. Barnes A3, W. Baumgartner A4, P. Drechsler A1 A2, J.M. Smith A3

A1 University of Cambridge Department of Zoology Cambridge CB2 3EJ, UK
A2 University of Würzburg Zoology II Biozentrum, 97074 Würzburg, Germany
A3 Institute of Biomedical and Life Sciences, University of Glasgow Division of Environmental and Evolutionary Biology Glasgow G12 8QQ, UK
A4 Institute of Biology 2 Department of Cellular Neurobionics RWTH-Aachen, 52056 Aachen, Germany

Abstract:
Tree frogs are remarkable for their capacity to cling to smooth surfaces using large toe pads. The adhesive skin of tree frog toe pads is characterized by peg-studded hexagonal cells separated by deep channels into which mucus glands open. The pads are completely wetted with watery mucus, which led previous authors to suggest that attachment is solely due to capillary and viscous forces generated by the fluid-filled joint between the pad and the substrate. Here, we present evidence from single-toe force measurements, laser tweezer microrheometry of pad mucus and interference reflection microscopy of the contact zone in Litoria caerulea, that tree frog attachment forces are significantly enhanced by close contacts and boundary friction between the pad epidermis and the substrate, facilitated by the highly regular pad microstructure.

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Presse // 1. Juni 2006

Rede von Frau Merkel – “100 Jahre staatlicher Naturschutz“

Sehr geehrter Herr Prof. Vogtmann,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Bundesminister Gabriel,
liebe Kollegen Töpfer und Trittin, wenn ich das in alter Verbundenheit so sagen darf,
meine Damen und Herren,
Frau Oberbürgermeisterin,
Herr Weinzierl,


“Die Natur hat über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg die unterschiedlichsten Fragestellungen in Form von optimalen Lösungen beantwortet. Das ist faszinierend und kann in vielen technischen Bereichen auch genutzt werden. Die Bionik ist eine Wissenschaft, die sich genau diese natürlichen Erfolge zu Nutze macht.

Wenn man sich einmal anschaut, welchen Energiewirkungsgrad ein Glühwürmchen hat, nämlich 99 %, dann träumt jeder Kraftwerksbetreiber davon. Bei den mickrigen Wirkungsgraden, die wir heute haben – bei Glühbirnen sind es 25 %, bei Kohlekraftwerken ist man stolz, wenn man 43 % erreicht -, dann kann ich nur sagen: Wir können noch eine Menge von der Natur lernen. Wenn man sich heute den Schiffsbau anschaut, dann hat man hier von den Delphin-Schnauzen gelernt. Man sollte sich auch immer wieder anschauen, wie sich die Stabilität von bestimmten Gestängen an der Stabilität von Halmen orientiert. Das sollte uns die Ehrfurcht und die Demut vor den Erfolgen der Natur immer wieder vor Augen führen. Der Mensch kann von der Natur vieles lernen, wenn er sie sich nicht selbst kaputtmacht.“

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Presse // 22. Mai 2006

Management à la nature

Management heißt, Entscheidungen zu treffen. Aber mit einem schlichten Entweder-oder kommt man nicht weit, die Realität ist komplizierter. Von wem könnten Manager besser den Umgang mit komplexen Strukturen lernen als von der Natur? Ein Plädoyer für den Blick über den Tellerrand.

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Presse // 18. Mai 2006

Fleischfressende Pflanzen inspirieren zu neuer Technik

Mit Nektar lockt die Kannenpflanze ihre Beute an. Sobald sich die hungrigen Insekten jedoch auf dem fleischfressenden Gewächs niederlassen, verlieren sie den Halt und rutschen ins Innere der zu Hohlräumen geformten Blätter…
Diese Antihaft-Eigenschaften von Pflanzen kopieren Wissenschaftler vom Institut für Botanik der Technischen Universität Dresden…

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Presse // 12. Mai 2006

Bionik für Schiffe

Kieler Meeresforscher suchen nach Antihaftmittel in Mutter Naturs Rezeptkasten

Technik. – Sie sind ein Ärgernis für die Schifffahrt: Kleine Meerestiere, die sich unter der Wasseroberfläche an Schiffsrümpfen ansiedeln. Um sie davon abzuhalten, benützt die Schifffahrt sogenannte Antifoulingfarben. Aber: Sie können andere Meerestiere schädigen. Kieler Biologen haben jetzt unschädliche Wege entdeckt, Schiffe vor lästigem Bewuchs zu schützen.

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Presse // 12. Mai 2006

Der Spannungsbogen in der Bionischen Architektur

Sonntag, 21. Mai 2006, 11.00 Uhr Kulturhalle Wehrden, Völklingen Prof. Göran Pohl, Hochschule für Technik und Wirtschaft Saarbrücken Während die Baumeister des Jugendstils noch versuchten, durch “organische“ Formen mit äußerlichen Formanalogien Darwins Evolutionstheorie zu belegen, hat die heutige Bionische Architektur das Ziel, technische und funktionale Zusammenhänge, die die Natur in Jahrmillionen ausgeprägt hat, auf heutige technische oder bauliche Anforderungen zu übertragen. Von Vorbildern aus der Natur angeregt, lassen sich die Effizienz und Sicherheit von Tragwerken optimieren und Energie- und Rohstoffbedarf für Gebäude minimieren. Der Vortrag vermittelt Einblicke in verblüffende Lösungen anhand eigener Projekte.

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Forschung // 10. Mai 2006

Wie Käferhaut Computerchips kühlt

Besondere Struktur der Oberfläche hilft, Wasser gezielt zu leiten

Ein in der Wüste Namibias lebender Käfer ist Vorbild eines neuen Verfahrens zur Kühlung von Computerchips. Dank der speziellen Beschichtung ihrer Flügel können die Insekten der Gattung Stenocara aus dem Nebel, der von Zeit zu Zeit über die Dünenkämme der Namibwüste streicht, Wassertropfen einfangen und zu ihrem Mund leiten. Dieses Prinzip wollen Wissenschaftler nun ausnutzen, um Kühlflüssigkeit über Computerchips fließen zu lassen. Auch könnten damit Oberflächen entstehen, die sich effektiv von selbst reinigen.

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Presse // 8. Mai 2006

‚Die große Show der Naturwunder“ mit Top-Einschaltquoten

news aktuell (Pressemitteilung), 05.05.2006

05.05.2006 – 11:11 Uhr, SWR – Südwestrundfunk Baden-Baden (ots) – Gleich zur Premiere gelang dem neuen Wissenschaftsformat des Südwestrundfunks (SWR) ein Quotenerfolg: “Die große Show der Naturwunder“ mit Frank Elstner und Ranga Yogeshwar erreichte die höchste absolute Zuschauerzahl des Tages: 4,85 Millionen Zuschauer – dies entspricht einem Marktanteil von 17,7 Prozent – verfolgten die neue SWR-Wissenschaftsshow.

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Forschung // 2. Mai 2006

Bienenaugen aus Plastik

Wissenschaftler bauen aus Kunststofflinsen ein künstliches Facettenauge

Amerikanische Bioingenieure haben ein künstliches Auge nach dem Vorbild der Facettenaugen von Insekten entwickelt. Das Auge besteht aus mehreren tausend künstlichen Einzelaugen, die eine Halbkugel mit nur 2,5 Millimetern Durchmesser bilden. Das künstliche Insektenauge könnte in winzigen Überwachungs- und Zeitlupenkameras oder in Endoskopen für minimalinvasive Operationen eingesetzt werden.

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