BIOKON – Das Bionik-Kompetenznetz

Nachrichten mit Nachhall

Das Schönste, was wir entdecken können, ist das Geheimnisvolle.
Albert Einstein, Physiker

Bionik ist das anwendungsorientierte Zusammenspiel von Wissenschaft und forschenden Unternehmen. Ihre Ergebnisse zielen auf Innovationen nach dem Vorbild der Natur. Sie sollen immer das Potenzial haben, Ideengeber für ein besseres Morgen zu sein. Solchen erfolgreichen Lösungen schaffen Nachrichten mit Nachhaltigkeit.

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Forschung // 29. Oktober 2009

Sehapparat von Krebsen dient als Vorbild für DVD-Player

Die komplexen Augen von Fangschreckenkrebsen könnten helfen, Fotoapparate und DVD-Player zu verbessern. Zu diesem Schluss sind britische Forscher gekommen. Die Wissenschaftler um Nicholas Roberts von der University of Bristol entdeckten bei einer genauen Untersuchung der Krustentieraugen röhrchenförmige Zellmembranen, mit denen die Krebse sogenanntes linear polarisiertes Licht in zirkular polarisiertes Licht umwandeln können und umgekehrt. Ein solches Prinzip wird mit Hilfe eines Bauteils namens Wellen- oder Verzögerungsplättchen unter anderem bei CD-Spielern und Kameras verwendet. Der entscheidende Unterschied: Künstliche Wellenplättchen können nur jeweils eine Farbe, also eine bestimmte Wellenlänge beeinflussen, die Augen der Krustentiere hingegen das gesamte Farbspektrum.

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Forschung // 29. Oktober 2009

Von Pflanzen, elektrischen Impulsen und Gehirnen

Botaniker finden immer mehr Signalsysteme in der Flora, die ähnlich arbeiten wie Nerven

Tiere – und Menschen – stehen buchstäblich dauerhaft unter Strom. Ständig flitzen elektrische Signale durch ihre Nerven, ermöglichen Bewegungen, Riechen, Schmecken, Sehen – und, nicht zu vergessen, die Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse. Ohne die fixen elektrischen Impulse wäre es beispielsweise nicht möglich, beim plötzlichen Auftauchen eines hungrigen Löwen Reißaus zu nehmen. Pflanzen tun sich dagegen im Allgemeinen nicht gerade durch hektische Betriebsamkeit hervor. Sie stehen stets an der gleichen Stelle, bewegen sich höchstens einmal sacht im Wind und wachsen dabei langsam vor sich hin. Schnelle Stromstöße, so die Ansicht vieler Botaniker, braucht man für einen solchen Lebensstil nicht.

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Forschung // 29. Oktober 2009

Sisyphos‘ Erbin – Sahara-Spinne rollt auch bergauf

Bionik-Professor der TU Berlin macht außergewöhnliche Beobachtung in der Wüste
Wenn Professor Dr. Ingo Rechenberg von seiner alljährlichen Sahara-Tour zurückkehrt, dann hat er meist Interessantes zu berichten. In diesem Sommer hat er einen achtbeinigen “Sisyphos“ beobachtet: Eine ihm bereits bekannte Rad-Spinne trotzte souverän der Schwerkraft. “Wie der Held in der griechischen Mythologie einen Felsbrocken, so bewegte sie ihren massiven Körper rollend den Dünenberg aufwärts. Als die Steigung zu groß wurde, kippte sie nach hinten über und trudelte wieder bergab – um dann, wie Sisyphos, wieder von vorn zu beginnen“, berichtet der Bioniker an der Technischen Universität Berlin.

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Presse // 22. Oktober 2009

Martin Zeuch zeigt Bionik

Wehr – Was ist Was – Generationen von Kindern sind mit diesen Sachbüchern aufgewachsen, in denen alles Mögliche erklärt wird. Auch Martin Zeuch hatte in seiner Jugend eine Reihe dieser Bücher im Regal stehen. Vor drei Jahren hat er selbst eins geschrieben. Zum Thema Bionik. Es war die Nummer 122 in der Reihe. Am Mittwoch war Zeuch zu einer Lesung in der Mediathek.

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Forschung // 21. Oktober 2009

Die Frau der Zukunft: klein und dick

Die menschliche Evolution begünstigt anscheinend einen bestimmten Körperbau

US-Forscher haben eine Antwort auf die Frage gefunden, wohin sich die Menschheit entwickelt – zumindest für die weibliche Hälfte: Frauen werden in Zukunft etwas dicker und kleiner sein als heute, dafür aber ein gesünderes Herz-Kreislauf-System besitzen. Sie bekommen ihr erstes Kind etwas früher, während die Wechseljahre später einsetzen. Gezogen haben die Wissenschaftler diese Schlussfolgerungen aus der Analyse der Daten von über 2.200 Frauen, die in der sogenannten Framingham-Studie seit gut 60 Jahren gesammelt werden.

Fazit: Die Evolution des Menschen und der Einfluss der natürlichen Selektion sind keineswegs zum Stillstand gekommen, sondern wirken nach wie vor auf die Menschheit ein.

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Forschung // 20. Oktober 2009

Unterwasserklebstoff

Seepockenleim und Blutgerinnung haben vieles gemeinsam

Der Superkleber, mit dem sich Seepocken an Boote und andere Oberflächen haften, beruht auf dem gleichen Prinzip wie die Blutgerinnung. US-Forscher haben den Leim, der die Krustentiere für Bootsbesitzer zu verhassten Plagegeistern macht, genauer untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass wie bei der Blutgerinnung eine Flüssigkeit produziert wird, deren Einzelbestandteile sich nach der Ausscheidung zu langkettigen Molekülen verbinden. Dadurch entsteht ein sehr wirksamer Klebstoff, der immer zähflüssiger und schließlich fest wird. Offenbar wirken im Blut und bei den Seepocken sogar die gleichen Schlüsselmoleküle: Die Forscher fanden im Seepockensekret sogenannte Proteasen, die auch im Blut Kettenreaktionen in Gang setzten, an deren Ende die verklumpten Einzelteile stehen.

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Forschung // 20. Oktober 2009

Prinzip Fischflosse – Der Autositz von morgen

Sitzentwickler Thomas Klawitter und drei Teams von Konstrukteuren fanden bei näherem Hinsehen jede Menge Möglichkeiten, Komfort, Sicherheit und Gewichtsersparnis bei Autositzen zu optimieren. Sie liessen sich dabei unter anderem von Wasserbewohnern leiten.

Bei Klawitters «Bionik-Sitz» funktioniert die Rückenlehne wie der Leib einer Forelle. Presst man den Rücken hinein, nähert sich die Nackenstütze automatisch dem Kopf. Klingt seltsam, entspricht aber tatsächlich dem Bewegungsmodus einer Schwanzflosse: Drückt man seitlich gegen den Körper, kommt sie einem entgegen. Im Sitz sorgt das für ein Gefühl der Geborgenheit, vermindert aber auch die Gefahr eines Schleudertraumas. «Und zwar noch besser als aktive Kopfstützen», sagt Klawitter nicht ohne Stolz. Angenehmer Nebeneffekt: Die neuartige Rückenlehne ist dünn und schmal, sie lässt daher den Fondpassagieren mehr Beinfreiheit.

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Forschung // 13. Oktober 2009

Schmetterlingsflügel helfen bei der Entwicklung von Solarzellen

Britische Wissenschaftler haben Schmetterlingsflügel nachgebaut, die in ihrer Nanostruktur mit dem Original übereinstimmen. Die fragilen Konstruktionen haben wie ihre Vorbilder eine Oberfläche aus regelmäßig angeordneten Nanoteilchen, die durch ihre spezielle Lichtbrechung unter anderem den irisierenden Farbeindruck der Flügel hervorrufen. Das künstlich hergestellte Oberflächenmaterial könnte nach Ansicht der Forscher beispielsweise die Effizienz von Solarzellen steigern. Das amerikanisch-spanische Forscherteam um Akhlesh Lakhtakia von der Staatsuniversität von Pennsylvania in University Park hält auch die Entwicklung von Minikameras denkbar, die den Facettenaugen von Insekten nachempfunden sind.

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Presse // 13. Oktober 2009

Naturprinzip und Biomimetik: Haften und Klammern im Tierreich

Darwin Reloaded – Evolution heute

Die Universität Hohenheim greift das Thema Evolution in einer Vortragsreihe auf. Ziel ist es die aktuelle Bedeutung der Evolutionstheorie nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Gesellschaft darzustellen.

Namhafte Referenten beleuchten die Evolutionstheorie daher aus den verschiedensten Blickwinkeln, die von der Theologie bis zur technischen Anwendung evolutionärer Erkenntnisse in der Bionik reichen.

In seinem Vortrag geht Stanislav Gorb (Professor am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität, Kiel) der Frage nach, wieso ein Gecko nicht von der Wand fällt. Tiere besitzen Haftsysteme von überraschender Qualität. Deren Geheimnis liegt vorwiegend in der Struktur und den Materialeigenschaften der haftenden Oberflächen.

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Forschung // 8. Oktober 2009

Der Klettverschluss aus Stahl

Klettverschlüsse haben sich auf breiter Front in Industrie und Haushalt durchgesetzt. Doch sie haben einen Haken: Für viele Anwendungen sind sie zu schwach. Am Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der Technischen Universität München wurden nun Klettverschlüsse aus Federstahl entwickelt. Sie sind gegen Chemikalien beständig und halten auch bei 800°C noch einem Zug von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter stand.

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Presse // 8. Oktober 2009

Cluster for Learning from Nature

Am Japanischen Nationalen Institut für Materialwissenschaften hat sich jüngst ein Cluster for Learning from Nature mit 14 Mitgliedern etabliert, um bionische Forschungsschwerpunkte stärker zu voranzutreiben.

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