Aktuelles // 11. August 2026
Innovationsforum „Biologisierung der Technik“ 2027: Vom biologischen Prinzip zur technischen Anwendung
Wie werden aus biologischen Funktionsprinzipien technisch nutzbare Materialien, Oberflächen und Produkte? Am 16. und 17. März 2027 bringt das Innovationsforum „Biologisierung der Technik“ im VKU-Forum Berlin Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verbänden zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Ergebnisse der bioinspirierten Material- und Werkstoffforschung – und die Frage, wie daraus innovative Anwendungen für Industrie und Medizin entstehen können.
Biologische Systeme sind Meister darin, unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Anforderungen miteinander zu verbinden: leicht und zugleich belastbar, schützend und dennoch durchlässig, anpassungsfähig und ohne aufwendige externe Steuerung funktionsfähig. Für technische Innovationen ist dabei weniger die äußere Form eines biologischen Vorbilds entscheidend als das zugrunde liegende Funktionsprinzip.
Genau hier setzt die Biologisierung der Technik an: Biologische Lösungsstrategien werden analysiert, abstrahiert und so weiterentwickelt, dass daraus neue Materialien, Werkstoffe und technische Systeme entstehen können.
Bioinspirierte Materialinnovationen im Fokus
Das Innovationsforum „Biologisierung der Technik“ zeigt, welche Potenziale in diesem Ansatz für Wissenschaft und Wirtschaft liegen. Ein Schwerpunkt sind sogenannte Self-X-Materialien und selbstregulierende, anpassungsfähige Materialien, die auf äußere Einflüsse möglichst autonom mit einer funktionalen Reaktion antworten und ihre Eigenschaften an wechselnde Anforderungen anpassen können.
Weitere Beispiele sind funktionale Oberflächen, bei denen biologische Prinzipien für die gezielte Steuerung von Benetzung, Haftung, Reibung oder Wechselwirkungen mit der Umgebung genutzt werden.
Neben industriellen Anwendungen werden auch medizinisch-technische Anforderungen adressiert. Beiträge aus diesem Bereich übertragen biologische Prinzipien auf menschenzentrierte und gesundheitsorientierte technische Lösungen im und am Körper. Dabei geht es nicht nur um neue Material- und Werkstoffkonzepte, sondern auch um geeignete Herstellungsverfahren. Additive Fertigung und 3D-Druck spielen hierbei eine wichtige Rolle – bis hin zu Ansätzen, bei denen biologische Zellen in dreidimensionale Strukturen eingebracht werden. Damit spannt das Innovationsforum den Bogen von bioinspirierten Materialien und Oberflächen für industrielle Technik bis zu neuen Perspektiven für medizinisch-technische Anwendungen.
Gemeinsam von der Forschung zur Anwendung
Die entscheidende Herausforderung liegt im Transfer. Bioinspirierte Ansätze müssen nicht nur wissenschaftlich funktionieren, sondern sich auch in robuste, skalierbare und wirtschaftlich nutzbare Lösungen überführen lassen. Dafür gilt es, biologische Erkenntnisse mit Materialentwicklung, Fertigungsverfahren, Charakterisierung und Digitalisierung ebenso zu verbinden wie mit konkreten Anforderungen aus der industriellen und medizinisch-technischen Praxis.
In der BMFTR-Fördermaßnahme „Biologisierung der Technik: Bioinspirierte Material- und Werkstoffforschung“ arbeiten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Kooperationsverbünden zusammen. So werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten industriellen Herausforderungen und Anforderungen verbunden und biologische Funktionsprinzipien gezielt in technische Anwendungen übertragen. Die Projekte präsentieren ihre Ergebnisse und zeigen, wie auf dieser Grundlage bioinspirierte Materialien und Technologien für Anwendungen in Industrie und Medizin entstehen.
Weitere Präsentationen und Diskussionsrunden erweitern die Perspektive. Poster-Pitches sowie Exponate und Demonstratoren machen unterschiedliche Funktionsprinzipien, Lösungsansätze und Entwicklungsstände unmittelbar sichtbar und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den gemeinsamen Austausch.
Das Innovationsforum schafft hierfür eine gemeinsame Plattform. Es richtet sich an Forschende und den wissenschaftlichen Nachwuchs ebenso wie an Unternehmen, Verbände und Akteur*innen aus Politik und Technologietransfer. Neben dem fachlichen Programm steht insbesondere die Vernetzung im Mittelpunkt: Welche Ansätze bieten Potenzial für weitere Anwendungen? Wo entstehen neue Kooperationspartnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft? Und was braucht es, damit bioinspirierte Innovationen den Weg in die industrielle Wertschöpfung finden?
BIOKON und BioTrans: Vernetzung für die Biologisierung der Technik
Für BIOKON knüpft das Innovationsforum unmittelbar an die Arbeit im BMFTR-geförderten Begleitvorhaben BioTrans an. BIOKON leitet das Begleitvorhaben und unterstützt gemeinsam mit seinen Partnern die Vernetzung der geförderten Projekte, die Sichtbarkeit ihrer Ergebnisse sowie den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Anwendung.
Das Innovationsforum wird von BIOKON – Forschungsgemeinschaft Bionik-Kompetenznetz e. V., der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) und der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik (DGO) ausgerichtet – auch im Namen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Der Blick reicht dabei bewusst über die laufende Fördermaßnahme hinaus. Anknüpfungspunkte bestehen zum BMFTR-Programm „Materialinnovationen für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft (Mat2Twin)“, zu den Material-Hub-Initiativen MaterialVital und MaterialNeutral sowie zur Plattform MaterialDigital.
Termin und Veranstaltungsort
16.–17. März 2027
VKU-Forum
Invalidenstraße 91
10115 Berlin
Die Anmeldung zum Innovationsforum sowie die Einreichung von Vortrags- und Posterbeiträgen sind bereits möglich.
Weitere Informationen, Programm, Anmeldung und Beitragseinreichung:
>> Innovationsforum „Biologisierung der Technik“
